Zum Thema Tourenplanung für den Garmin findet sich sich schon so einiges im Internet - speziell die Seite von Günther Dirks sei hier erwähnt. Im folgenden ist also kurz beschrieben, wie ich unsere 6-tägige Transalp dieses Jahr geplant habe…
Zunächst braucht man natürlich mal eine Idee, wo man fahren will … dazu hat sicherlich jeder seine eigenen kreativen Ideen. Um diese geplante Tour als GPS-Daten aufzubereiten braucht man dann entweder
- andere Leute, die diese Strecke (oder Teilstrecken davon) schon mal gefahren sind und ihre Daten im Internet verfügbar gemacht haben, oder
- Digitale Karten
Da es zu dem Zeitpunkt, als ich die Tour geplant hatte ausreichend digitale Karten für Südtirol noch nicht gab, hab ich eigentlich die ganze Runde mit Hilfe von GPS-tour.info geplant. Auf diesem Portal finden sich tausende von Touren, die alle - mehr oder minder gut - beschrieben und mit GPX-Daten versehen sind. Hat man sich ein Stückchen von einer existierenden Tour ausgesucht, lädt man die Daten einfach als GPX-file runter.
Jetzt benötigt man natürlich ein software-Tool, das folgendes leisten muss
- Stücke aus bestehenden tracks rausschneiden
- bestehende tracks umdrehen
- Teilstücke zusammensetzen
- Kompatibilität zu vielen track-Formaten (GPX, KML, TRK …)
Ich empfehle den OziExplorer, denn er kann genau alles das! Die shareware-Version ist kostenlos, die Vollversion kostet US$95,- … aber das Geld ist gut angelegt, wenn man öfters größere Touren fährt. 
Der Vorteil: digitale Karten braucht man für dieses Vorgehen nicht wirklich. Man kann jetzt im OziExplorer ganz einfach Teilstücke des tracks rausschneiden und beliebig mit anderen tracks zusammensetzen. In der Regel dürfte das schon reichen, um die Traumroute hinzubeommen! Natürlich schafft man es so nicht , neue Touren zu entwerfen, die noch nie zuvor ein Mensch begangen hat (Logbucheintrag 09-14 Sternzeit 236:63:058).
Man kann zur Not natürlich auch einfach GoogleEarth hernehmen, und das fehlende Teilstück dort als kml-track zeichnen, runterladen und in den OziExplorer einfügen. Aber bei offroad/trail-Stücken ist die Auflösung von GoogleEarth einfach zu schlecht, um sich darauf zu verlassen. Alle anderen web-basierten Tourenzeichner (mapmyride.com oder marengo-ltd.com ….) haben genau das gleiche Problem: auf den Karten sind keinerlei Wanderwege, Höhendaten etc. eingezeichnet, die man braucht, um zu entscheiden, ob und wie man hier von A nach B kommt. Für die Strecken, die nicht im Wald verlaufen und die daher auf dem Satellitenbild klar zu erkenen sind, kann man sie aber trotzdem zur Not benutzen. Einzige Lösung sind im Augenblick noch digitale Karten - es wird wohl noch eine Weile dauern, bis man diese Datenqualität umsonst im Internet bekommt!
Für mich war die Auswahl des Hersteller für die digitalen Karten einfach - Kompass. Da unsere Tour quer durch Südtirol ging war es ein Glücksfall, dass just 3 Wochen vor der Tour die Karte zu komplett Südtirol rausgekommen ist. Das tool von Kompass funktioniert im Prinzip sehr ähnlich wie der OziExplorer. Die Unterschiede sind
- das Verschieben von bestehenden und das Einfügen von neuen track-Punkten ist bei Kompass wesentlich einfacher als beim OziExplorer
- Kompass liefert zusammen mit den Karten ein digitales Höhenmodell. Dadurch bekommt bekommt man automatisch die Höhendaten zu jedem Punkt auf dem track.
- Kompass hat keine Möglichkeit zur Selektion von mehreren track-Punkten gleichzeitig (schlecht beim Löschen von Teilabschnitten) oder zum Zusammenfügen von Teilstrecken zu einem track
Der große Vorteil aber ist - natürlich - dass man ganz frei auf der Karte einen neuen track zeichnen kann. Ausserdem lässt sich so auch hervorragend verifizieren, ob der runtergeladene track auch wirklich da lang läuft, wo man dachte
Das allerbeste an Kompass-Karten ist jedoch, dass sie voll kompatibel zu OziExplorer sind, d.h. dass man die einmal gekaufte Karte in den OziExplorer importieren kann und dann best-of-both-worlds hat! Im der Kompass-Software kann man nun als besonderes Schmankerl noch - sozusagen als optisch visuelle Vorbereitung - den geplanten track auf einem 3D Modell abfliegen … unnütz aber toll!
Egal wie - mit diesen beiden tools sollte man seine geplante Tour fertig gezeichnet/geclippt/gecopied-pasted bekommen. Aus beiden Programmen speichert man nun die track-Daten als GPX-file. Sofern man moch Stücke auf seinem track dabei hat, für die keinerlei Höhendaten vorgelegen haben (passiert bei manchen *gpx-files von GPS-tour.info!) kann man nun noch sehr einfach seinen track um die Höhendaten anreichern. Dazu benutze ich die freeware GPS-Track Analyse.NET von Dietmar Domin. Damit lassen sich ganz einfach für ausgewählte track-Punkte die SRTM-Höhendaten über earthtools.org runterladen. Ausserdem kann man prima Höhenprofile mit dem tool erstellen und Statistiken errechnen.
Wenn das (oder die) GPX-files dann fertig sind, muss man sie noch auf den Garmin Edge hochladen. Das Garmin-Gerät besteht dabei auf ein proprietäres Dateiformat (*crs). Diese Format ist zwar ähnlich dem GPX-Format, enthält aber noch zusätzliche Informationen. Hier hab ich noch ein bisschen Unwohlsein, denn das Hochladen geht bislang ausschliesslich über das Garmin Training Center - Kompass und OziExplorer können zwar auch Daten zum Edge rauf-/runterladen, aber eben keine *crs-Dateien! Mittlerweile gibt es zwar von MotionBased.com ein web-plugin für den Edge, aber meine Erfahrungen damit sind disaströs: es löscht beim upload eines tracks alles, was auf dem Garmin sonst noch an Touren drauf sind
. Um den geplanten track also in das Garmin Training Center hochladen zu können muss man ihn also zuerst in das *crs-Format konvertieren. Dazu gibt es ein prima freeware tool Gpx2Crs. Leider gibt es ausser dem Training Center bislang keine andere software, mit der man course-Daten auf den Edge übertragen kann! dazu importiert man das crs-File und synchronisiert anschliessend mit dem Edge.
Der verfügbare Speicher im Garmin für abgefahrene Kursdaten (”history”) ist relativ klein. Bei mir passen (neben den geplanten Kurs-Daten für 7 Tage) nur etwa 3 Tagestouren drauf. Da das ganze in einem Ringspeicher abgelegt ist, fängt er danach an, alte Historien wieder zu überschreiben. Wenn man eine einwöchige Tour macht und die tatsächlich gefahrene Route sichern möchte, muss man also unterwegs die Daten sichern, d.h. runterladen. Dazu benutze ich das freeware tool g7towin. Das tool hat den Vorteil, dass es vom USB-stick aus läuft und keinerlei grosse Installation auf dem Fremd-PC benötigt. Zur Kommunikation mit dem Garmin benötigt es aber die Garmin USB-Treiber, die vorher auf dem jeweiligen PC installiert sein müssen. Für unterwegs hatte ich also einen USB-stick mit den Treibern und g7towin dabei. Gottseidank hat mittlerweile jedes Hotel oder Cafe einen PC, an den man mal “5 Minuten” dran kann….
Dieses Vorgehen hört sich vielleicht kompliziert an … wenn man sich aber mal 5min damit beschäftigt hat, funktioniert es echt einfach und zuverlässig. Für mich hat es jedenfalls prima gklappt, das Resultat der Planung war echt beeindruckend. Wir hatten in 6 Tagen lediglich 3 “Verfahrer” und keinen mit mehr als 50m! das mach mal mal einer mit Moser/Stanciu nach… viel Spass beim selberplanen