Centurion Backfire LRS

Abgelegt unter: MTB, MTB equipment — martin at 7:36 am on Donnerstag, April 5, 2007

Auf das Centurion Backfire LRS bin ich gekommen, weil ich vor 2 Jahren damit mal einen Alpencross gefahren bin. Olaf hatte damals die Carbon-Version mit XTR zum testen bekommen - der Artikel, der dabei rausgekommen ist, steht hier. Seitdem reizt mich das Radl von Centurion. Leider bekommt man ja selten mal die Gelegenheit, ein Radl über eine relevante Zeit auszuleihen und es in voller Breite auszutesten - wäre doch mal eine Idee für die Hersteller, denn wie soll man eine Entscheidung über die Investition von €2.000,- oder mehr machen, wenn man mit dem Objekt der Begierde gerade mal 15min auf der Strasse vor dem Radladen über die Bordsteine gefahren ist….

Also hier erst einmal die Spezifikation meines guten Stücks - wer will kann sich selbst seine Konfiguration im I-Design Baukasten von Centurion online zusammenstellen

Centurion Backfire LRS Hydro

  • Rahmen: Backfire LRS HFS, 51cm/schwarz  
  • Federbein: Manitou Swinger LRS SPV  
  • Federgabel: Rockshox Recon 351 U-Turn
    • die Gabel ist nicht im Baukasten enthalten
  • Antrieb: SRAM X.9 mit Gripshift
    • die Züge hab ich mir komplett geschlossen verlegen lassen
  • Laufräder: DT Swiss XR4.2 Disc
  • Naben: Shimano Deore XT  Disc
  • Bremsen: Magura Louise 2007 mit 180mm-Scheibe vorn, 160mm-Scheibe hinten
  • Reifen: Pogo-Kardung 26×2.10
  • Vorbau: Procraft 110mm/6Grad
  • Lenker: Procraft
  • Pedale: Ritchey SPD
  • Gewicht lt. Hersteller: 12,5kg

Centurion LRS

Das ganze gab es dann für €2.300,- bei meinem local dealer. Insgesamt muss man das flexible Centurion Baukastenprinzip loben, auch wenn dabei natürlich die Transparenz des Preises etwas leidet.

Wieso ein LRS?

Das auffallenste an dem Centurion ist sicherlich die Rahmengeometrie. Dabei gefällt mir vor allem der klassische Diamantrahmen mit viel Platz - z.Bsp. zum Schultern beim AlpenX - großer Steifigkeit und wenig Schnickschnack drumrum … schaut einfach gut aus! Der Hersteller stellt folgende Vorzüge des Systems heraus

  • LRS ist einfach konstruiert und daher sehr robust; es erfordert zudem kaum Wartung.
  • LRS bietet eine enorme Sensibilität und ein super Ansprechverhalten bei der Absorption von Fahrbahnstößen.
  • LRS verhindert wirksam das störende Wippen durch Bewegungen des Fahrers.
  • LRS lässt sich mit dem klassischen Diamant-Rahmen kombinieren!

SPV DämpferDas Federbein Manitou Swinger LRS SPV kann zur Abwechslung mal wirklich, was das Marketing verspricht. Im Wiegetritt spricht es kaum an, hat aber im Gelände durch den langen Hub (63mm) mächtig viel Flexibilität. Allerdings denke ich, dass der Plattformdaempfer eher was fuer Leute im Bereich eines “durchschnittlichen” Koerpergewichts ist. Maedels und Leichtgewichte unter 60kg sowie Schwergewichte ueber 90kg duerften Schwierigkeiten haben und sollten eher den Daempfer mit manuellem lockout nehmen!

Der sogenannte i-link ist optisch etwas gewöhnungsbedürftig. Die Wippe stellt die Verbindung zwischen Hauptrahmen, Hinterbau und Federbein dar. Wie bei einer gewöhnlichen Hinterbaufederung bewegt sich das vordere Ende des LRS Federbeins zugleich nach unten und hinten, sobald das Hinterrad beim Überfahren eines Hindernisses beginnt, nach oben einzuschwingen. Dabei bleibt der entscheidende Winkel zwischen dem Federungszentrum und den beiden Ösen des Federbeins während der gesamten Federbewegung unverändert. Die Form des Gelenkarms verringert darüber hinaus die „Wippbewegung“ der Hinterbaufederung, die der Fahrer erzeugt und bietet dadurch viel nutzbaren Federweg.

Recon 351Die Rockshox Gabel Recon 351 U-Turn gab’s zum Sonderpreis bei meinem Händler mit dazu. Die Gabel lässt sich zwischen 80-130mm Federweg verstellen (U-Turn) und hat natürlich einen lockout. Das rauf-/runterschrauben der Gabel dauert zwar ein bisschen (auf einem Trail wird man sich das 2mal überlegen, anzuhalten und die Gabel zu verstellen!) aber dafür funktioniert der lockout auch während der Fahrt.  Der Drehschalter ist ohne Probleme erreichbar. Ist die Gabel festgestellt, lässt es sich prima im Wiegetritt den Berg rauf juckeln - ist der lockout deaktiviert, reagiert die Gabel einfach perfekt im Gelände. Ich war vorher noch nie 15cm Bordsteinkanten raufgefahren ohne auch nur im geringsten die Gabel hochreissen zu müssen …

Magura LouiseIch hab mich ja lange geziert mir Scheibenbremsen zuzulegen. Mit meinen Magura HR33 war ich immer mehr als zufrieden und das lästige Gequietsche von Scheibenbremsen wollte ich mir echt nicht antun. Aber dann steht man im Laden und kann sich frei entscheiden … dabei sind dann doch Magura Louise geworden. Ein letztendliches Urteil kann ich noch nicht abgeben … da muss erst noch ein längerer Trail her. Als Nachteil ist aber auf jeden Fal schon mal die hohen Unterhaltskosten durch den starken Verschleiss an den Bremsbelägen zu nennen. Mit €50,-/Jahr ist man da sicher dabei. [Anmerkung 30.Juli 2007: schaut euch mal die Beläge nach ca. 500km an … das schaut übel aus!].

Beim Antrieb hab ich mich für die SRAM X.9 entscheiden. Ich steh aus sentimalen Gründen einfach auf Gripshift und leichter und billiger als die XT ist sie auch noch. Leider gibt es den Grippshift für den vorderen Umwerfer nicht mehr in der “inverse” Version … schade eigentlich. Die Grippshifts erlauben das einfache “Durchschalten” über mehrere Gänge, aber man muss dann halt Abstriche bei der Präzision machen. Apropos Präzision: insgesamt muss ich sagen, dass ich mit den X9-Komponenten nicht 100%ig zufrieden bin. Es ist mir noch mit keiner anderen Schaltung so oft gelungen, die Kette hinten über das größte Ritzel zu schmeissen (trotz mehrfachem Nachstellen des Anschlags durch den Service) bzw bei keiner anderen Schaltung “kracht” es so oft. Beim nächsten Mal dann evtl doch lieber eine XT…

Anmerkung Sep2007: ich hab die Gripshift mittlerweile gegen Trigger ausgetauscht … die Gripshift sind mir doch in der Handhabung und in der Praezision zu ungemuetlich geworden.

Negativ anzumerken sind ebenfalls die Schrauben, die am Vorbau verwendet worden sind - da diese ca. 3mm zu lang sind und dadurch die Enden ziemlich scharfkantig rausstehen, kann es beim Abgang über den Lenker leicht zu üblen Verletzungen kommen. Hier bei der Bestellung einfach vom Händler andere/kurzere Schrauben montieren lassen.

Vom Detail wieder aufs Ganze

Die Sitzposition auf dem Backfire ist relativ gemütlich. Natürlich ist es kein Freerider und man sitzt dementsprechend gestreckt. Der Schwerpunkt aber ist - zumindest für mich - ungewohnt weit hinten. Ich hab deswegen den Sattel maximal weit nach vorne gezogen. Das Radl neigt dementsprechend auch etwas leichter zum Steigen als mein altes … aber ich muss ehrlicherweise sagen, dass sich das sehr leicht beherrschen lässt und bei abgesenkter Gabel auch kein wirkliches Problem darstellt.

Rahmengeometrie

Insgesamt hat es einen recht langen Radstand (110cm), wobei die extra 3cm im Vergleich zu meinem Storck ausschliesslich auf den vorderen Teil (Tretlager - Gabel) entfallen. Der recht lange Radstand jedenfalls macht sich auf jeden Fall selbst in engen Serpentinen nicht negativ bemerkbar.

Rahmenhöhe
x.gifct
41 cm
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46 cm
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51 cm
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56 cm
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Oberrohrlänge
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570
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590
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605
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620
Sitzrohr
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325
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375
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425
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475
Hinterbaubreite
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136
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136
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136
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136
Hinterbaulänge
x.gifd
430
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430
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430
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430
Steuerrohrwinkel
x.gifq1
70
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70.5
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70.5
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71
Sitzrohrwinkel x.gifq7
73
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73
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73
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73
Tretlagerabsenkung
x.gifh
10
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10
x.gif
10
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10
Tretlagerbreite
x.gif
73
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73
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73
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73
Radstand
x.gifw
1070
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1085
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1101
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1111
Gabelvorlauf
x.giff
40
x.gif
40
x.gif
40
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40
Steuerrohrlänge
x.gifl
115
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125
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140
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155
Gabellänge
x.gifg
460
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460
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460
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460

Alles in allem: ein super Rad für einen mehr als fairen Preis!