Digitale Karten: Vergleich MagicMaps - Kompass - Swissmap

Abgelegt unter: MTB equipment, GPS — martin at 11:05 am on Samstag, September 22, 2007

…es ist natürlich ein bisschen Geschmackssache, welchem der 3 Systeme man für die Tourenplanung den Vorzug gibt. Zum einen gibt es wenig Gebiete, für die alle 3 Anbieter digitales Kartenmaterial zur Verfügung stellen - dadurch entfällt natürlich schon mal der direkte Vergleich. Zum anderen hängt das wahrscheinlich stark vom geplanten Einsatzzweck - sprich: Art der Tour - ab. Aber nichtsdestotrotz kann man bestimmte Kriterien der Produkte und die Verwendbarkeit zum Planen von Touren (bei mir hauptsächlich mit dem Mountain bike) einmal vergleichen und ein Fazit ziehen.

Ich benutze zur Zeit die folgenden digitalen Produkte

Als Vorbemerkung vielleicht noch was zum Preis der Produkte: Kompass setzt hier echt Zeichen - die Karte für gesamt Südtirol kostet gerade mal €27,-!!! Wem das zuviel erscheint sollte sich evtl mal die Preise von Swissmap anschauen … die treiben einem wirklich die Tränen in die Augen: für jede der 8 Karten im Swissmap25-Sortiment verlangt da Eidgenössische Bundesamt für Landestopographie immerhin die stolze Summe von CHF180,- (d.h. ca €109,-)!!!! Ohne Worte! Die Karten von MagicMaps liegen bei ca. €83,- im eher unvernünftigen Mittelfeld.

Qualität der Karten

Kompass 2D im DetailNatürlich ein wichtiges Kriterium … wenn man Papierkarten gewohnt ist, dann fällt einem das Arbeiten mit den Swissmap und Kompass digitalen Karten sicher einfach. Der Informationsgehalt der Kompass-Karten ist durchaus überzeugend, da man hier alle Infos findet, die man zum planen einer Tour braucht

  • Höhenlinien
  • Geländedarstellung/-schraffuren
  • Wanderwege (mit offizieller Numerierung)
  • Radwege
  • Hütten …

Einzig die Abstände der Höhenlinien von “nur” 33,3m bei der Tirol-Karte, 40m bei der Südtirolkarte und 100m bei der Gardasee-Karte sind im Vergleich zu den anderen etwas schlechter.

Swissmap25 2D im DetailBei der Swissmap kann man sich zwar optional das Overlay für das gesamte Wanderwegenetz einblenden, es fehlen aber leider die offiziellen Numerierungen was eine Referenz zu Texten schwer macht. Dafür ist hier die Geländedarstellung und Details noch genauer als bei Kompass (Höhenlininien bei 20m). Insgesamt entsprechen die Karten im Layout den Papierkarten und sind für die Tourenplanung ideal.

MagicMaps 2D im DetailMagicMaps ist da ein wenig gewöhnungsbedürftiger. Es findet sich zwar alles auf den Karten, aber man muss sich eben an die Art der Darstellung gewöhnen. Positiv ist die Genauigkeit der Höhendaten, die wie bei der Swissmap in 20m-Abständen eingezeichnet sind. Leider fehlen aber hier die overlays mit den Wander- und Radwegen, die einem helfen die vielen gepunkteten und gestrichelten Linien auf der Karte richtig zu deuten. MagicMaps liefert zwar einige wenige (Rad- und Wander-) Touren mit der CD aus, die reichen aber bei weitem nicht, um eine Tour zu planen.

Handling von tracks

Von einem guten Planungstool erwarte ich folgendes

  • mehrere tracks gleichzeitig offen haben zu können und zu bearbeiten und diese dann einzeln speichern zu können
  • Weg-/Trackpunkte hinzufügen/verschieben/löschen zu können
  • Teilstücke umdrehen und zusammenfügen zu können
  • Höhenprofile anzeigen
  • hohe Geschwindigeit bei der Bearbeitung/Bildaufbau

Wieder mal liegt Kompass für mich da ganz vorne. Das einzige was mir hier noch fehlt ist die Möglichkeit mehrere Trackpunkte zusammen zu selektieren und gleichzeitig löschen zu können - das geht nur Punkt für Punkt. Ausserdem fehlt die Möglichkeit tracks in der Richtung umdrehen und zusammenfügen zu können. Hier behelfe ich mir mit anderen software-Lösungen, aber Kompass könnte da ruhig noch nachlegen.

SwissmapAnsonsten ist die Geschwindigkeit, mit der sich diese Bearbeitungsschritte durchführen lassen, nicht ganz unerheblich. Swissmap ist mir mit seiner makromedia-Oberfläche da zu langsam im Bildaufbau z.Bsp. nach dem zoomen oder verschieben des Kartenausschnitts! Ausserdem leidet die Macromedia Director Oberfläche noch an Kinderkrankheiten (?). So “friert” der Bildschirm manchmal ein und es ist nicht mehr möglich den Kartenausschnitt zu verschieben oder das ganze Ding stürzt ab und lässt sich nur nach einem reboot wieder starten (besonders erfreulich wenn man gerade 50 neue Punkte mühselig gezeichnet hat!). Die Verzögerungen beim aktualisieren des Bildaufbaus machen eine Bearbeitung von existierenden tracks mit dem tool zur Qual. Die performance hat sich bei mir auf dem laptop zwar durch die Installation eines neuern Treibers für die Grafikkarte verbessern lassen, aber es ist noch weit davon entfernt “schnell” zu sein. Auch die leidigen Abstürze blieben! Abgesehen davon hat Swissmap noch eine Vielzahl von zusätzlichen Funktionen, von denen ich aber keine wirklich nutze, weil sie mir entweder zu langsam oder für mich uninteressant (z.Bsp. Flächenberechnung) sind. Ausser den eher technischen Problemen wäre noch ein paar Details zu bemängeln. So z.Bsp. dass das default icon für waypoints bei Swissmap ein kaum erkennbares winziges Fadenkreuz ist, das die Suche nach dem importierten Daten auf der Karte nicht gerade erleichtert. Insbesondere da eine List-Darstellung aller tracks und/oder Wegpunkte als Übersicht - wie es MagicMaps und Kompass bieten - fehlt. 

MagicMapsMagicMaps gefällt mir aus anderen Gründen nicht ganz so gut. Die trackpunkte und der track werden z.Bsp. dermassen übergross dargestellt, dass man überhaupt nicht mehr sieht wo man sich auf der eh gewöhnungsbedürftigen Karte befindet und was unter dem nicht transparenten track-Overlay liegt. Ansonsten entspricht das handling ungefähr dem von Kompass - aber auch hier fehlt die Möglichkeit tracks in der Richtung umdrehen und zusammenfügen zu können, was nur bei Swissmap möglich ist (wenn man Zeit hat).

Kompatibilität

Da ich ein Garmin Edge 305 benutze und Garmin hier ein proprietäres Format (course) für tracks benutzt, erwarte ich garnicht, dass das Planungstool direkt mit dem Gerät kommunizieren kann. Deshalb lege ich Wert darauf, dass das tool voll kompatibel mit dem GPX-Format ist, d.h. dass Import und Export aller essentiellen Informationen wie

  • Trackpunkte und Waypoints
  • Höhendaten der Trackpunkte
  • Texte und Beschreibungen
  • Denn was nutzt das ganze Zeichnen, wenn am Schluss der fertige track nicht in ein Datenformat gebracht werden kann, mit dem man auch was anzufangen weiss oder wenn man jedesmal externe converter benutzen muss, um das Format zu generieren mit dem man weiterarbeiten kann?

    KompassAuch hier kann mich wieder Kompass überzeugen! Unschön ist hier lediglich die Tatsache, dass man waypoints und tracks nicht gemeinsam in ein GPX-file exportieren kann. Ansonsten kann Kompass alles, was man braucht.

    Seit der Version 2.0.5 exportiert MagicMaps auch die Höhendaten im GPX-Format - das ist eine deutliche Verbesserung! Zudem kann MagicMaps jetzt auch die track-Daten im CRS-Format im- und exportieren. Somit erfüllt auch MagicMaps für mich alle Anforderungen.

    Bei Swissmap werden ebenfalls die Höhendaten mit exportiert. Aber leider werden die bearbeiteten Trackpunkte nur als routepoints (< rtept>) exportiert. Damit ist das GPX-file fuer mich nicht weiter verwertbar, da ich ausschliesslich mit tracks arbeite. Das lässt sich zwar wieder konvertieren, erfordert aber einen unnötigen extra Bearbeitungsschritt mit einem anderen tool.  

    und sonst…

    Etwas weniger wichtig aber trotzdem erwähnenswert sind folgende Kriterien

    • 3D-Darstellung: haben MagicMaps und Kompass, fehlt bei Swissmap
    • Ausdruck von Karten: Bei Kompass und Swissmap kann man bequem beliebige Kartenausschnitte zum mitnehmen ausdrucken
    • GPS-Anbindung: da ich das Garmin Edge 305 benutze kann ich sowieso mit keinem der gängigen Produkte einen Track hochladen (sind alle nicht kompatibel zum CRS-Format!). Bleibt noch anzumerken, dass Swissmap zwar behauptet über USB mit einem GPS-device kommunizieren zu können, aber diese Möglichkeit geht garantiert nicht mit meiner Version (1.0.21) … da gehen nur COM-port 1,3,5 und 8! 
    • Swissmap bietet einen kostenloses update-Service fuer die overlays
    • MagicMaps liefert eine Reihe von detailliert beschriebenen Radtouren mit aus - aber die Zielgruppe duerfte eher Radwanderer als MTBer sein

    Fazit 

    Übersicht MagicMaps Kompass Swissmap
    Kartenqualität ~ ++ +++
    Handling + ++ --
    Kompatibilität ++ ++ + 
    Preis - +++ -

    Insgesamt gefällt mir das Produkt von Kompass am besten - das ist zwar zum guten Teil persönliches Bevorzugen von Eigenschaften, aber anders kann ich ja nicht urteilen, oder?! Im Internet findet man in Foren einiges an Kritik über die Kompass-Karten - ich kann nur sagen, dass ich die Karten aussergewöhnlich gut finde und dass sich mit ihnen sehr bequem und einfach Touren planen lassen. In Internetforen gab es immer wieder Kritik an den Kompass-Karten, da sich der Kartenschnitt strikt an Landes- bzw. politische Grenzen haelt. Natürlich ist es ärgerlich wenn man beim Tourenplanen oben auf dem Pass an der Grenze zwischen Tirol und Südtirol dann ins “weisse” fährt und nicht mehr weiss, ob man dort drüben auch runterkommt. Offensichtlich wäre es wünschenswert, wenn die Karten zumindest überall bis ins nächste Tal gehen würden. Aber leider ist die Topologie da manchmal tückisch und diesem Wunsch nicht überall 100%ig zu entsprechen und irgendwann ist halt jede Karte mal zu Ende… angesichts aller anderen Vorteile von Kompass nehme ich dieses Übel jedoch gerne in Kauf!

    MagicMaps ist brauchbar! Wenn es noch ein redaktionell bearbeitetes overlay für das Wegenetz gäbe, wäre es echt ein gutes tool. Von Swissmap bin ich etwas enttäuscht - die Karten an sich sind excellent, aber das Multitool zum bearbeiten von tracks ist eine Kathastrophe!! Bei dem Preis könnte man eine Lösung erwarten, die sich besser benutzen lässt…

    Kommentare wie immer erbeten…

    Garmin Edge 705

    Abgelegt unter: MTB, MTB equipment, GPS — martin at 7:46 am on Dienstag, September 18, 2007

    Garmin hat zur Eurobike2007 in Friedrichshafen den ersten speziellen GPS-Fahrradcomputer mit der Möglichkeit zur Kartendarstellung und der Anzeige von SRM-Daten vorgestellt. Fuer MTBer bietet der Garmin Edge 705 im Gegensatz zum 305 folgende Verbesserungen

    • Kartendarstellung
    • erweiterte Navigationsmoeglichkeiten (einschließlich Routing auf der Straße)
    • mehr Speicher fuer tracks (gefahrene Touren) auf der SD-card
    • besserer Akku (angeblich jetzt 15h)
    • Bedienung mit dem 5-way-stick jetzt einfacher
    • Display ist 2,2 Zoll (~5,5 cm) anstatt 1,8 Zoll (~4,5cm) beim Edge 305

    Die Moeglichkeit der Kartendarstellung hoert sich natuerlich erst mal verlockend an - aber das heisst dann auch, dass man sich die MapSource-Karten von Garmin kaufen muss. Hat einer von euch schon mal versucht damit eine MTB-tour zu fahren?? Ich kann mir nicht vorstellen, dass das abseits von Strassen wirklich nutzbringend ist.

    Positiv muss man sicher den staerkeren Akku und die Moeglichkeit gefahrene track-Daten auf der microSD card zu speichern bewerten. Leider aber ist der Akku immer noch nicht wechselbar, was die Gesamtlebensdauer des Edge nicht gerade positiv beeinflusst.

    Als weitere gadgets ist der Edge 705 jetzt auch SRM-kompatibel, was aber eher Rennradfahrer ansprechen duerfte! Ebenso ueberfluessig ist das feature der drahtlosen Datenübertragung direkt von Gerät zu Gerät. Wie bei einem Handy kann man jetzt mit Freunden Tourdaten per Bluetooth hin- und herschicken … na wer’s braucht.

    Insgesamt stellt sich mir die Frage, ob das ganze wirklich sein muss. Zumal da sich der Preis fuer den Edge 705 zwischen €480,- und €600,- bewegt. Fuer mich sind die neuen features da wirklich nicht motivierend bei meinem Einsatzgebiet. So begeistert ich von dem 305 bin so skeptisch steh ich dem neuen Geraet gegenueber. Bleibt nur zu hoffen, dass der 305 dadurch bald billiger wird ;-)

    Das neue Geraet soll ab Dezember 2007 in Europa verfuegbar sein!